Was ist Rugby?
“Football is a gentle game by rough men and Rugby is a rough game
by Gentlemen.”




In diesem Spruch steckt schon sehr viel vom Geist des Rugby-Sports. "Seid ihr nicht die mit den Helmen und den Schulterpolstern?" wird oft gefragt. "Nein, sind wir nicht!" - "Aber dann seid ihr ja vollkommen ungeschützt. Ist das dann nicht sehr gefährlich?"
Nein, ist es nicht. Ein Blick in die internationale Verletzungsstatistik zeigt, dass Rugby, was die Schwere und Häufigkeit der Verletzungen angeht, hinter anderen Sportarten wie z.B. Fußball, Handball, Basketball, ja sogar Volleyball zurückliegt. Jetzt könnte der Einwand kommen:" Ja, aber es gibt ja auch nicht so viele Rugbyspieler." Falsch.
International ist Rugby beinahe genauso verbreitet wie Fußball. In anderen Ländern ist Rugby der Nationalsport Nummer eins. Speziell in der südlichen Hemisphäre (Australien, Neuseeland, alle Pazifikinseln, Südafrika, Argentinien, usw.) ist dieser Sport fast Religion.
Woher kommt nun diese gute Statistik? Ganz einfach. Jeder Spieler lernt im Training, wie er sich in den einzelnen Spielsituationen zu verhalten hat und wenn er regelmäßig trainiert, dann befindet er sich auch in einem körperlich fitten Zustand, so dass ihm normalerweise nichts passiert. Oft sehen manche Spielsituationen von außen für Laien schlimmer aus, als sie die beteiligten Spieler selbst empfinden.
Außerdem ist Rugby, im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, ein sehr streng geregelter Sport, weder Stoßen, Rempeln, Checken, noch Treten sind erlaubt. Auch di vielen unangenehmen Fußattacken, wie sie beim Fußball vorkommen, gibt es beim Rugby nicht, da der Ball nicht mit dem Fuß geführt wird. Eines der Dinge, die erlaubt sind, heißt "tiefhalten". Das bedeutet, dass der ballführende Spieler unterhalb der Schulterlinie umklammert und dadurch zu Fall gebracht werden darf. Optimaler Weise versucht man die Beine zu umklammern und dadurch den Gegenspieler zu stoppen.
Dann gibt es ja auch noch den Schiedsrichter, der sehr streng pfeift. Der Rugby- Schiedsrichter genieβt hohen Respekt, Diskussionen auf dem Spielfeld gibt es nicht.
Doch nun noch Einiges zum Spiel selbst. Die wichtigsten Grundregeln des Rugby:
- Der Hauptunterschied zu den anderen Ballsportarten besteht darin, dass der Ball nur nach hinten geworfen (gepasst) werden darf. Nach vorne kommt der Ball also nur durch Tragen oder durch einen geschickt platzierten Kick.
- Jede Mannschaft besteht aus 15 Spielern plus 7 Ergänzungsspielern. Von den 15 Spielern bilden 8 den so genannten Sturm (Nummern 1-8), welche speziell bei Gedrängen und Gassen zum Einsatz kommen. Die restlichen 7 Spieler (Nummern 9-15) bilden die Hintermannschaft..
- Das Spielfeld besteht aus zwei Hälften. Jede Hälfte besteht aus dem Malfeld hinter den Torstangen, der 22m Zone direkt vor dem Malfeld, der 10m Zone vor der Mittellinie und der in der Regel 18m langen Zone zwischen der 10m und 22m Zone, die keinen bestimmten Namen trägt. Die Breite eines Spielfeldes entspricht in etwa der eines Fußballfeldes (50m).
- Punkte können auf verschiedene Weise erzielt werden. 5 Punkte gibt es, wird der Rugbyball im gegnerischen Malfeld abgelegt. Dies wird Versuch genannt. Nach einem Versuch gibt es die Möglichkeit für einen so genannten
Erhöhungskick, welcher 2 Punkte einbringt. Ein gelungener Straftritt bedeutet 3 Punkte, ebenso wie ein aus dem Spiel heraus gelungener Drop-Kick. - Weitere wichtige Rugbybegriffe sind "Offenes" (Ruck) und "Paket" (Maul), bei denen sehr strenge Abseitsregeln gelten. Aufgehalten werden Gegenspieler durch "tiefhalten" (tackeln).
- Ein Rugbyspiel hat zwei Halbzeiten von jeweils 40 Minuten Dauer und wird ohne Unterbrechungen, wie sie im American Football oder Eishockey üblich sind, gespielt. Legendär ist im Rugby auch die Dritte Halbzeit.